Aminosäuren sind eines davon. Nukleotide sind ein weiteres: Sie bilden den Grundbaustein der Nukleinsäuren DNA und RNA.
Doch in Zusammenarbeit mit Aminosäuren können Nukleotide noch viel mehr, als nur die größte und am besten sortierte – und verschlüsselte – Datensammlung der Welt bereitzustellen.
Wie genau funktioniert eigentlich Muskelwachstum?
Damit ein Muskel wachsen kann, ist im Wesentlichen erst einmal eine mechanische Überlastung erforderlich. Das bedeutet, dass man so lange trainieren muss, bis der Muskel überlastet ist.
Wird der Muskel beim Training oder bei der Arbeit stärker belastet, als er es gewohnt ist, tritt eine gewisse Ermüdung ein. Auf diese folgen Reparaturarbeiten im Körper. Dabei werden vorhandene Muskelfasern im Körper verdickt und verstärkt. Damit das funktionieren kann, ist es wichtig, die drei Stufen des Muskelwachstums einzuhalten.
1) Die Überreizung
Während des Muskeltrainings oder der körperlichen Arbeit passieren im Muskel zwei Dinge gleichzeitig. Zum einen entsteht mechanische Spannung. Der Muskel muss extreme Gewichte bewegen oder sich gegen heftige Widerstände bewähren. Die irgendwann eintretende Ermüdung signalisiert dem Körper, dass die Muskeln stärker werden müssen.
Durch diese starke Belastung entstehen kleine Mikrorisse in den Sarkomeren der Muskulatur. Dadurch entsteht einerseits Muskelkater. Andererseits ist genau das der Reparaturbedarf, der dazu führt, dass der Körper im Endeffekt die Muskeln weiter verstärkt.
2) Die Phase der Erholung
Nach intensivem Training ist eine Erholungsphase wichtig. Denn nur in der Ruhephase kann ein Muskel wachsen. Als Erstes registriert der Körper die kleinen Risse und wertet sie als Entzündungen.
Muskel-Stammzellen – auch Satellitenzellen genannt – bewegen sich zu den beschädigten Stellen. Sie verstärken die beschädigten Muskelfasern und es kommen neue Zellkerne hinzu.
Das hat zur Folge, dass die Fasern mehr Proteine einlagern können. Dadurch können sie dicker werden und weiterwachsen.
3) Die Phase der Anpassung
Jetzt ist der Muskel perfekt auf das Wachstum vorbereitet – bisher wurde er aber lediglich repariert und ein wenig verstärkt. Damit jetzt ein wirkliches Muskelwachstum einsetzen kann, muss es zu einer Muskelproteinsynthese kommen. Das ist der Aufbau neuen Muskelgewebes.
Das funktioniert nur, wenn dem Körper ausreichend Protein zur Verfügung steht. Dabei meinen viele, dass eine ausreichende Proteinzufuhr nur mit Zuführung von Milcheiweiß oder anderen tierischen Produkten möglich wäre. Das stimmt so nicht. Veganer Muskelaufbau ohne tierisches Protein mit Unterstützung von Nukleotiden ist nicht nur möglich, sondern mit den richtigen Nahrungsergänzungsmitteln gar kein Problem mehr.
Aminosäuren kennt man – aber was sind diese Nukleotide?
Ohne unsere DNA und RNA wäre Leben, wie wir es kennen, gar nicht möglich.
Einigen Nukleotiden war nachgesagt, dass sie eine wichtige Rolle beim Muskelaufbau spielen könnten. So soll beispielsweise Adenosintriphosphat (ATP) eine große Rolle bei einem natürlichen Stoffwechsel spielen. Dieses Nukleotid ist dafür verantwortlich, den Muskel schnell und punktgenau mit viel Energie zu versorgen. So werden explosive Muskelbewegungen und schweres Krafttraining überhaupt erst möglich.
Daneben stehen Nukleotide auch in dem Ruf, die körpereigenen Reparaturarbeiten zu beschleunigen. Als Bestandteil der DNA und der RNA sollen sie eine wichtige Rolle bei der Zellteilung spielen und damit die Reparatur der beschädigten Muskelstränge erheblich beeinflussen.
Warum kennt man Nukleotide kaum?
Wenn es um die Ernährung geht, verlassen sich viele Experten auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für Nährstoffe und Spurenelemente, die von der DGE als essenziell eingestuft werden, gibt es eine Empfehlung, wie hoch der tägliche Bedarf genau ist.
Gut zu wissen
Als essenziell wird ein Nährstoff oder ein Spurenelement bezeichnet, wenn es im Körper selbst nicht hergestellt werden kann. Da der Körper dann auf eine Zufuhr von außen angewiesen ist, gibt die DGE in diesen Fällen eine Empfehlung, wie hoch die tägliche Dosis des jeweiligen Nährstoffs sein sollte.
Da Nukleotide allerdings in der Leber (und in deutlich kleinerem Umfang auch an anderen Stellen im Körper) synthetisiert werden, wertet die DGE eine Zufuhr dieses Nährstoffs nicht als essenziell.
Die Ernährungswissenschaft ist da allerdings einen Schritt weiter. Sie wertet Nukleotide als teilessenziell. Das bedeutet, dass es Situationen geben kann, in denen die körpereigene Produktion von Nukleotiden womöglich nicht ausreicht, um alle vorhandenen Aufgaben zu erfüllen.
Es werden vier Situationen beschrieben, in denen ein erhöhter Bedarf an Nukleotiden bestehen kann. Das sind:
- Die Wachstumsphasen (vor allem bei Säuglingen)
- Im Fall besonders schwerer Infektionen oder nach komplizierten Operationen
- Bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei denen Nukleotide sich positiv auf die Darmschleimhaut auswirken könnten.
- Beim Muskelaufbau, weil hier viel Zellteilung und Zellwachstum erforderlich sind.
Das Problem dabei ist, dass die wissenschaftliche Datenlage dazu noch sehr schmal ist. Es gibt einzelne Studien, die auf entsprechende Wirkungen hinweisen. Allerdings noch nichts, was so konkret wäre, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ihre Health-Claims-Verordnung dahingehend angepasst hätte, dass man mit gesundheitsrelevanten Aussagen für Produkte mit Nukleotiden werben dürfte.
Weitere Studien werden allerdings fortlaufend durchgeführt, um die konkreten Auswirkungen von Nukleotiden auf die einzelnen Abläufe im Körper noch besser zu verstehen.
Für wen ist eine ausreichende Zufuhr von Aminosäuren besonders wichtig?
Aminosäuren sind in jeder Lebensphase ein wichtiger Faktor in der Ernährung. In manchen Situationen reicht die Aufnahme über die Ernährung allerdings nicht aus. Gerade die Lebensphase ab 50 Jahren ist gekennzeichnet von schnellerem Muskelschwund und einem Abbau der körpereigenen Muskelmasse.
Um dem entgegenzuwirken, sind ein gut durchdachtes Krafttraining für Menschen Ü 50 und oft auch die Supplementierung von Proteinen wichtige Faktoren.
Gleiches gilt, wenn man besonders unter Stress steht. In Phasen wie Prüfungsvorbereitungen, schweren Erkrankungen oder wenn die Pflege eines nahen Angehörigen plötzlich zum Lebensmittelpunkt wird, ist es wichtig, ausreichend Proteine zu sich zu nehmen.




